Strickaktion__5Die Blumenkübel, die das Helmbrechtser Zentrum von Mai bis Oktober verschönern, sind seit einigen Tagen eingewintert. Doch schon gibt es an vielen Plätzen der Stadt wieder farbenfrohe Hingucker. Und die bestehen größtenteils aus Baumwolle und Acryl. So sind an verschiedenen Stellen bestrickte Fahrräder, eine Wollschnecke und ebenso bunt eingehüllte Bäume und Zäune zu sehen. Bereits seit einigen Wochen stehen schon am Ortseingang zwischen Haide und Frankenstraße gestrickte und gehäkelte Buchstaben, die auf die Reihe Kulturwelten hinweisen. Jetzt haben Handarbeiterinnen mit Hilfe von Mitarbeitern des Betriebsbauhofes und der Licht-und Kraftwerke weitere Werke installiert.  

Die Idee, in Helmbrechts die Aktion „Urban Knitting“ zu starten, stammt von Carola Robert, der zweiten Vorsitzenden der Werbegemeinschaft „Helmbrechts aktiv“.  Schon im Juni begann sie mit ihren Mitstreitern die ausgesuchten Objekte auszumessen und entsprechende Umhüllungen zu entwerfen. Selbstverständlich erfolgte dies in Absprache mit Bürgermeister Stefan Pöhlmann und der Stadtverwaltung.

Schnell fanden sich Leute, die das Projekt mitgestalten wollten und sich in der Schmuckwerkstatt von Carola Robert zu gemeinsamen Handarbeitsnachmittagen trafen. Doch auch in den eigenen vier Wänden setzten die rund 40 beteiligten kreativen Künstlerinnen ihre Ideen um. Organisationen und Gruppen beteiligten sich ebenfalls am Projekt, so gestalteten die Schulfamilie der Otto-Knopf-Grundschule einen nach ihren Namensgeber benannten Baum, Mädchen und Jungen der Mittelschule verzierten einen Zaun und auch Mitarbeiter und Bewohner des Hauses am Kirchberg sowie des Enchenreuther Gospelchor Emotions gaben Gegenständen ein farbenprächtiges Aussehen.

Jetzt sind an Bäumen gestrickte und gehäkelte Flaggen zu sehen, Eulen aus Wolle sitzen auf Bäumen vor der Kirche, an der Ecke Kulmbacher Straße/Gartenstraße ist ein Paradiesbaum mit Schlange und Äpfeln zu bewundern, daneben steht  eine wollene Bank, die Litfaßsäulen in der Pressecker Straße und an der Münchberger Straße haben sich in bunte Blickfänge verwandelt und selbst ein gestricktes und gehäkeltes Stadtwappen verschönert den Platz an der Infotafel vor dem Rathaus. Und sogar an das Mädchen Dornröschen erinnert ein verziertes Geländer vor einem historischen Haus.  

Die Wolle hat übrigens zum großen Teil das Unternehmen myboshi gesponsert, ebenso spendeten  Privatleute Material. Bedenken, die Substanzen seien nicht winterhart, zerstreut Carola Robert. „Es handelt sich um Baumwolle und Acryl, das Material hält viel aus.“ 

Die Kunstwerke sollen zunächst bis Mai stehen bleiben, leider wissen aber nicht alle Zeitgenossen, die mit viel Herzblut für die Allgemeinheit getätigten Arbeiten zu würdigen. Bereits kurz nach dem Anbringen klauten Diebe einige der handgearbeiteten Flaggen, Eulen und Äpfel. Eine Fahne ist mittlerweile schon neu angefertigt. Obwohl also Dinge fehlen, bieten sich den Betrachtern immer noch viele schöne Motive.

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